Zusammenhänge

Langsam wächst unser Verständnis für Zusammenhänge. Sehr langsam. Langsamer, als es in unser Handeln Einzug hält? Allem Anschein nach. Mit fatalen Folgen. Oder trügt dieser Eindruck und wäre, bei unserer Vernunftbegabung, eine bloß vereinzelte Perspektive? Nun ja.

Manchem dämmert immerhin, dass die Corona-Pandemie ein hilfreiches Ereignis sein könnte: hilfreich für Mut und Mühe, die wir dringend brauchen, wenn wir mit den Folgen fertigwerden wollen, die uns aus dem Klimawandel drohen. Der eben erst beginnt. An dem wir Anteil haben wie an der Corona-Pandemie! Die lange nicht zu Ende ist. Hilfreich, um mit Veränderungen unserer Lebensweise zu beginnen, die die Veränderungen in der Umwelt nach sich zieht. Gravierend werden sie sein und unausweichlich. Oder um zu lernen, dass Wissenschaftler und Experten verschiedenster Sparten und Lebensbereiche eng werden zusammenrücken müssen, um die Ursachen und Wechselwirkungen des hochkomplexen Geschehens in uns und um uns herum aufzudecken.

Sowohl Klimawandel als auch Pandemie sind hochkomplexe Vorgänge. Dicht unter und über der Erdoberfläche, die unser Weltraum ist, spielen sie sich ab. Nicht erst für die kosmische Umgebung, die manchen noch als Ausflucht vor der eigenen Beschränktheit gilt, müssen wir uns zur Decke strecken. Klimawandel und Pandemie verlangen uns bereits alles Erdenkliche ab, um über den Tag, die Woche, das Jahr, das Jahrhundert zu kommen.

Bleibt die Frage – Antwort offen – ob es gelingt, eine maßgebliche Mehrheit Homo sapiens davon zu überzeugen, dass gute Absichten allein nicht ausreichen werden. Erkenntnis, Kreativität, Eigenverantwortung und Gemeinsinn müssen endlich strukturell miteinander verwoben werden. Erst infolgedessen kann ich mir ein Handeln vorstellen, wo Wissenschaft, Technik, KI und Ressourcen nicht mehr das Mantra Wachstumswahnsinniger füttern, sondern zu Hilfsmitteln für Strukturen werden, ohne die wir aus dem Jetzt heraus eine lebenswerte Zukunft kaum erreichen.