Vergewisserung

Noch stehe ich aufrecht und laufe auf der Erde umher, diesem grandiosen Lebensraum. Mir selbst bewusst – vielleicht das größte Wunder aller Zeiten! – könnte ich begreifen, wie töricht es ist, ihn einschränken und mich von anderen Leben abgrenzen zu wollen – ebenso töricht, wie jede Lebensweise, die endliche Ressourcen aufbraucht.

Ich könnte auch begreifen, dass ich niemals diesen Lebensraum, solange ich in ihn eingebunden bin, beherrschen werde und meine großartige Fähigkeit, meinem Sein einen Sinn geben zu können, erst dann zum Tragen kommt, wenn ich die Balance in ihm halte. So lange ist meine Fähigkeit eine Möglichkeit, die immer wahrscheinlicher wird, je mehr ich aufhöre, meinen Wuchs in Auswüchse zu steigern und auf Kosten anderer zu leben. Ich sollte sie beköstigen.

Wie aber finde ich dieses Maß und befreie es von Willkür und Beliebigkeit? Zweifellos mit Hilfe der Mathematik. Sie wohnt der Natur als strukturelle Bewusstheit inne und schafft mir die Möglichkeit der Vergewisserung. Von den vier Grundrechenarten ist es das Teilen, das mich schon in Kindertagen auf Kurs bringen sollte, hin zu der weiterführenden Erkenntnis, dass jedes deregulierte Wachstum an einer Exponentialfunktion haftet und, wenn es sich davon nicht lösen kann, unweigerlich kollabiert.