Ein ‘Sinnsein’ ist das weite Ziel. So weit entfernt, wie eh und je. So umfangreich, wie es sich nicht mal träumen lässt. Lange war ich stolz, darauf aus zu sein. Worauf denn aus? Das Dasein (vornehmlich das eigene) mit Sinn zu füllen. Darauf, dachte ich, käme es an. Vermutlich von dem beträchtlichen Sinnlos um mich herum beeindruckt. Natürlich. Natürlich? Und alles andere ist wider die Natur? Da kann einem das Sein ja nur noch, je nach Humorfähigkeit, abwechselnd tragisch oder komisch vorkommen.

Tatsächlich, soweit bin ich jetzt, ist ‘Sinnsein’ kein Kompositum, sondern ein selbständiger Begriff, der umso schwerwiegender ist, je bereiter ich bin, Sinnfähigkeit nicht nur meinem Gehirn zuzutrauen, sondern auch anderen lebenden Strukturen und vielleicht sogar gewissen mathematischen. So gesehen ist es Unfug, einer dermaßen vielfältigen und wechselwirkenden Welt allenfalls die eigene Wahrnehmungslust und Gestaltungskraft zuzutrauen.

Diese Einsicht mit gebotener Demut für eine eventuell bessere Aussicht zur Geltung zu bringen, sollte jeder Mühe wert sein.