Schulen

Dass ein Staat Schulen einrichtet und zu ihrem Besuch sogar verpflichtet, ist nicht uneigennützig. Nichts mehr wünschen sich Politiker als ein folgsames Volk. Lesen, Schreiben und Rechnen sind gut brauchbare Basics, das zu erreichen. Notwendig wäre aber, mehr denn je, GemeinSinn zu entwickeln. Dieses Bildungsziel ist den gegenwärtig vorherrschenden Systemen überwiegend hinderlich. Sie könnten ja die Beherrschung verlieren. Die Folge sind systemische Katastrophen. Ungleichheit, Gewalt, Not und Elend haben weltweit Konjunktur und die zuverlässigsten Wachstumsraten.

Einerseits wissen Menschen seit Jahrtausenden, dass sie die erste und einzige Spezies auf diesem Planeten sind, die nicht nur, eingebettet in globale und kosmische Zusammenhänge, existiert, sondern die Welt erkennen und gestalten kann. Andererseits geht die Menschheit höchst fahrlässig mit dieser exklusiven Veranlagung um. Verlieren sich individuelle Klarheit und guter Wille in der großen Zahl? Wieso sind uns Achtsamkeit und Verantwortung meistens lästige Anhängsel, umso lästiger, je wohler wir uns fühlen? Bis uns der Spaß verdorben wird. Von wem? Von denen, die ebenso viel Spaß haben wollen oder Pflichten anmahnen und Regeln aufstellen.

So wie die Schulpflicht, schlecht genug erfüllt, sonst wären heute, nach Jahrtausenden Kultur und Zivilisation, nicht weltweit 10 Prozent der Erwachsenen Analphabeten. (In Deutschland sind es ‚nur‘ 4 aber 14, die Geschriebenes nicht verstehen und im sozialen Kontext anwenden können.)

Warum (die COVID-19-Pandemie bringt mich zu dieser Frage) sind für die Vertrautheit mit Schrift und Zahl nicht zuallererst die Erziehungsberechtigten verantwortlich? Warum sind die Basics nicht längst eine Voraussetzung, das Eintrittsticket sozusagen, um öffentliche Schulen besuchen zu dürften? Schulen dann, in denen nicht mehr sinnlos gepaukt und zielgerichtet entmündigt und asozialisiert wird. Schulen, in die Eltern ihre Kinder nur schicken, weil sie sicher sind, dass dort keine Mitläufer und Egoisten aus ihnen werden, sondern dem Leben in Gemeinschaft zugewandte junge Menschen.