Liebe, Macht und Gier

Liebe, Macht und Gier sind zwecklos. Vermutlich liegt in der Verkennung dessen ein Grund für viele katastrophale Missverständnisse in einer Welt, in der der Zweck die Mittel heiligt.

Liebe, Macht und Gier sind keine Mittel für oder gegen etwas, sondern bilden ein Basisdreieck, mit dem, abhängig von unserer genetischen und sozialen Disposition, im Lauf des Lebens ein seelisches Gleichgewicht und eine Balance in Natur und Gesellschaft mehr oder weniger gelingt. Aus ihnen erwachsen Selbstverständnis und Weltverhältnis.

Liebe, Macht und Gier liegen in ihrer Begrifflichkeit auf der gleichen Bedeutungsebene. Unterschiedlich sind ihre Wirkungsweisen. Macht will sich auswirken, will zur Geltung kommen. Gier saugt Umgebung auf. Liebe will Wechselwirkung und weitet im Resonanzfall Zeit und Raum. So reifen Lebensziele und Entscheidungen heran.

Was nach einigen Jahrtausenden herausgekommen ist, ist allerdings ernüchternd. Je mehr wir werden, umso heftiger reiben wir uns aneinander auf und verbrauchen unseren Lebensraum. In den Kulturen, die bisher entstanden sind, deutet wenig darauf hin, dass wir aus den Möglichkeiten, die wir haben, eine Wirklichkeit erschaffen, die noch etwas weiter reicht.