das Fragezeichen

Wertschätzung des Individuum ist die gegenwärtig in der Welt einflussreichste systemische Idee, entstanden in der Zeit der Aufklärung, damals schon sorgfältig hierarchisch gestaffelt. Existenziell notwendig für den Fortbestand der Menschheit ist allerdings eine andere, nämlich die Idee eines unverzüglichen Systemwandels hin zu eigenverantwortlichen Gemeinschaften Gleicher.

Das Wissen darum ist heute – während seit einigen Tagen wieder einmal ein trivialer Eroberungskrieg die Welt verstört, während eine weltweite Pandemie noch lange nicht und schon gar nicht endgültig überwunden ist, während seit gestern ein neuer Weltklimabericht alarmiert, dass inzwischen mehr als 3,3 Milliarden Menschen „in hohem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind“ und während genau heute vor 50 Jahren die erste vom “Club of Rome” beauftragte Studie “Grenzen des Wachstums” erschien – kein bisschen ausreichender für ein entsprechendes Handeln, als zu jeder anderen Zeit.

Weil wir sind, wie wir sind. Wie wir immer schon waren. Wie wir im Grunde sein und bleiben wollen?

Fragwürdig an diesen Sätzen ist für mich allein das Fragezeichen.