Zeitenwende und Diskurse

„Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents.“ Mit diesem Satz eröffnete der Bundeskanzler drei Tage nach dem Einmarsch russischen Militärs in die Ukraine, erregt und entsetzt, weil das bis dahin jenseits seiner Vorstellung lag, eine Regierungserklärung im Deutschen Bundestag. Weiterlesen

Inseln

„Struktur der Materie“ hieß im fünften Semester meines Lehrerstudiums eine Physikvorlesung, die mich nicht sonderlich interessierte. Zum Lehrerberuf überredet, dachte ich vielmehr darüber nach, ob ich dieses Studium zu Ende bringen oder versuchen sollte, der Volksbildung, ein Staat im Staate DDR, zu entwischen. Ein Wechsel in ein anderes Studium – Kulturwissenschaft interessierte mich – wurde abgelehnt. Lehrer wurden gebraucht und Einsicht in gesellschaftliche Notwendigkeit wurde eingefordert. Mein Interesse an Kunst, Kultur und kreativer Sprache sollte ich zum Hobby machen. Weiterlesen

Unmut

Unmut macht sich breit!

PR-Event nennt Greta Thunberg die kürzlich in Glasgow abgehaltene UN-Klimakonferenz. In der Nähe einer unabwendbaren globalen Menschheitskrise konstatiert sie ihr Versagen, das ihre und das der Konferenz, wenn nicht ganz schnell aus „Blablabla“ Taten werden, die uns Menschen wesentlich verändern. Die Aussichten sind gering.

Um uns aus Gelaber und Ohnmacht herauszulocken, nennt der medial gehypte US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Foer in seinem neuen Bestseller „Wir sind das Klima“ vier gar nicht neue Trends, die endlich behandelt werden müssen, wenn uns die Klimakrise nicht in die eigene existenzielle treiben soll: Autofahren, Flugzeugreisen, Fleischessen und unsere schiere Anzahl.

Prognosen, wohin der Unmut aus der COVID-19-Pandemie die Menschheit noch führt und wie nachhaltig sie unsere Lebensweise verändern könnte, übergebe ich, mitten im Schlamassel, sehr gern der Phantasie des Lesers dieser Zeilen. Weiterlesen

anders blicken

Soweit ich weiß, hat es mir schon als Kind gefallen, in besonderen Situationen neben mich zu treten und zuzusehen, was ich da gerade treibe oder wie mir geschieht und das anschließend auszuwerten. Manchmal habe ich mich geschämt, nicht sehr häufig war ich zufrieden mit mir. Nach und nach kam ich darauf, dass ich die Folgen meines Handelns besser absehen kann, wenn ich es zwischendurch vom Standpunkt derer aus betrachte, auf die es sich auswirkt. Weiterlesen

Wie viele woll’n wir sein?

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Mit dem Willen ist es so eine Sache. Oft reicht er nur für Augenblicke und wir werden umso unsicherer, je weiter eine Absicht reicht. Sind wir einigermaßen überzeugt, wollen wir uns vor allem wohlfühlen. Dieses Gefühl hängt allerdings sehr von der eigenen Perspektive ab. Wo stehe ich? Wer bin ich? Die Krönung von etwas oder ein mit Arbeit sich plagendes Tier? Wo kann, wo soll, wo darf ich hin? Weiterlesen