anders blicken

Soweit ich weiß, hat es mir schon als Kind gefallen, in besonderen Situationen neben mich zu treten und zuzusehen, was ich da gerade treibe oder wie mir geschieht und das anschließend auszuwerten. Manchmal habe ich mich geschämt, nicht sehr häufig war ich zufrieden mit mir. Nach und nach kam ich darauf, dass ich die Folgen meines Handelns besser absehen kann, wenn ich es zwischendurch vom Standpunkt derer aus betrachte, auf die es sich auswirkt. Weiterlesen

Wie viele woll’n wir sein?

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Mit dem Willen ist es so eine Sache. Oft reicht er nur für Augenblicke und wir werden umso unsicherer, je weiter eine Absicht reicht. Sind wir einigermaßen überzeugt, wollen wir uns vor allem wohlfühlen. Dieses Gefühl hängt allerdings sehr von der eigenen Perspektive ab. Wo stehe ich? Wer bin ich? Die Krönung von etwas oder ein mit Arbeit sich plagendes Tier? Wo kann, wo soll, wo darf ich hin? Weiterlesen

momentan

Während Einsicht wächst, schwinden unsere Aussichten. Wachsende Einsicht in komplexe Zusammenhänge im LebensRaumSchiff Erde, Aussichten, die augenscheinlich geringer werden, je massenhafter und absichtsvoller wir uns darin bewegen. Weiterlesen

Schubladen

In der Renaissance, einer Epoche, der die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike zugeschrieben wird, soll – ganz ohne antikes Vorbild – die Schublade erfunden worden sein. Bis dahin waren Truhen die gängigen Aufbewahrungsmöbel. Der Unterschied ist offensichtlich. In Truhen Verwahrtes ist vertikal geschichtet. Schubladen sind horizontal konstruiert und damit viel müheloser zugänglich. Mit gleichzeitig abnehmenden Rauminhalten entstand eine neue Möglichkeit, das Untergebrachte gleichzeitig zu sortieren. Insofern sind Schubladen eine schlüssige Folge wachsenden individuellen und kleinteiligen Besitzes. Sie halten ihn übersichtlich und sind ein Indiz für eine Vielfalt der Dinge, die zunehmend das Leben füllt. Weiterlesen