Wie viele woll’n wir sein?

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Mit dem Willen ist es so eine Sache. Oft reicht er nur für Augenblicke und wir werden umso unsicherer, je weiter eine Absicht reicht. Sind wir einigermaßen überzeugt, wollen wir uns vor allem wohlfühlen. Dieses Gefühl hängt allerdings sehr von der eigenen Perspektive ab. Wo stehe ich? Wer bin ich? Die Krönung von etwas oder ein mit Arbeit sich plagendes Tier? Wo kann, wo soll, wo darf ich hin? Weiterlesen

momentan

Während Einsicht wächst, schwinden unsere Aussichten. Wachsende Einsicht in komplexe Zusammenhänge im LebensRaumSchiff Erde, Aussichten, die augenscheinlich geringer werden, je massenhafter und absichtsvoller wir uns darin bewegen. Weiterlesen

Schubladen

In der Renaissance, einer Epoche, der die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und römischen Antike zugeschrieben wird, soll – ganz ohne antikes Vorbild – die Schublade erfunden worden sein. Bis dahin waren Truhen die gängigen Aufbewahrungsmöbel. Der Unterschied ist offensichtlich. In Truhen Verwahrtes ist vertikal geschichtet. Schubladen sind horizontal konstruiert und damit viel müheloser zugänglich. Mit gleichzeitig abnehmenden Rauminhalten entstand eine neue Möglichkeit, das Untergebrachte gleichzeitig zu sortieren. Insofern sind Schubladen eine schlüssige Folge wachsenden individuellen und kleinteiligen Besitzes. Sie halten ihn übersichtlich und sind ein Indiz für eine Vielfalt der Dinge, die zunehmend das Leben füllt. Weiterlesen

schamlos

Mitte des vorigen Jahrhunderts hatte in der Altstadt im nordrhein-westfälischen Rheda der Metzger Klemens Tönnies eine Fleischerei. Dort schlachtete er sieben bis zehn Schweine die Woche. Er hatte auch zwei Söhne, Bernd und Clemens. Sie wurden Metzger wie er. 1971 übernahmen sie das väterliche Gewerbe und machten daraus einen Großhandel für Fleisch und Wurst. Weiterlesen