Unmut

Unmut macht sich breit!

PR-Event nennt Greta Thunberg die kürzlich in Glasgow abgehaltene UN-Klimakonferenz. In der Nähe einer unabwendbaren globalen Menschheitskrise konstatiert sie ihr Versagen, das ihre und das der Konferenz, wenn nicht ganz schnell aus „Blablabla“ Taten werden, die uns Menschen wesentlich verändern. Die Aussichten sind gering.

Um uns aus Gelaber und Ohnmacht herauszulocken, nennt der medial gehypte US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Foer in seinem neuen Bestseller „Wir sind das Klima“ vier gar nicht neue Trends, die endlich behandelt werden müssen, wenn uns die Klimakrise nicht in die eigene existenzielle treiben soll: Autofahren, Flugzeugreisen, Fleischessen und unsere schiere Anzahl.

Prognosen, wohin der Unmut aus der COVID-19-Pandemie die Menschheit noch führt und wie nachhaltig sie unsere Lebensweise verändern könnte, übergebe ich, mitten im Schlamassel, sehr gern der Phantasie des Lesers dieser Zeilen. Weiterlesen

im Angesicht des Klimawandels

“Wir leben in einer Kultur historisch beispielloser Aneignung, in der wir ständig aufgefordert werden, irgendetwas zu erwerben – und das auch häufig können. Wir werden aufgefordert, uns darüber zu definieren, was wir haben: Eigentum, Geld, Views und Likes. Aber unser wahres Ich zeigt sich darin, was wir loslassen.“

Das konstatiert in seinem 2019 erschienenen Buch „Wir sind das Klima“ der US-amerikansichen Autors Jonathan Safran Foer. Aus einem Vortrag des deutschen Neurobiologen Gerald Hüther aus dem gleichen Jahr entnehme ich den Satz:

„Ein Wirtschaftssystem, was auf Wachstum ausgerichtet ist und was vom Konsum der Leute lebt, kann nur funktionieren, wenn die Leute immer blöder werden.“

Sind Bemerkungen dieser Art der Anfang von etwas oder sind es die letzten Zuckungen eines grandiosen UnSinns, der gar nicht abschreckend genug sein kann, als dass ich mich nicht immer wieder willig von ihm einnehmen ließe und Willens wäre, ihn bis zur Neige auszukosten?

die Kurzfristigen

Die Kurzfristigen reden schnell und viel. Auf mich ein. Ohren weit offen, lausche ich ihnen erwartungsvoll, tatendurstig, objektiviert (zum Objekt gemacht). Wie leicht ich mich zurechtrücken lasse! Wie leicht sich so die Welt regieren lässt! Wie lange das gutgehen mag? Solange es mir noch gut geht, hoffentlich, halbwegs, lebenslänglich möglichst, denke ich. Denke ich noch? An ein dickes Ende nach all dem Gerede? Wie lange noch lasse ich mich frei und willig dahin treiben, an alle möglichen Grenzen und über sie hinaus? Häufig kommt es mir vor, als wäre nicht Vernunft, sondern nur noch Bürokratie in der Lage, die Kurzfristigen aufzuhalten. Das wäre pervers? Ist es.

gut ist besser

Gewissenhaftes Hören auf das und Lesen von dem, was Leute reden und schreiben, bringt erstaunlich gut zutage, wie eine Gesellschaft ‚tickt‘ und wes Geistes Kind ihre Anführer*innen sind. Das wissen wir am Beispiel des deutschen Nationalsozialismus seit „LTI“, seit dem grandiosen Notizbuch des Philologen Victor Klemperer. Wünschenswerter denn je wäre so ein Werk heute, wo eingeübte Alltagssprache wiederum bedenkliche Zustände vertuscht, deretwegen wir – wenig spricht dagegen – wahrscheinlich gerade unsere Zukunft verspielen. Weiterlesen

anders blicken

Soweit ich weiß, hat es mir schon als Kind gefallen, in besonderen Situationen neben mich zu treten und zuzusehen, was ich da gerade treibe oder wie mir geschieht und das anschließend auszuwerten. Manchmal habe ich mich geschämt, nicht sehr häufig war ich zufrieden mit mir. Nach und nach kam ich darauf, dass ich die Folgen meines Handelns besser absehen kann, wenn ich es zwischendurch vom Standpunkt derer aus betrachte, auf die es sich auswirkt. Weiterlesen