Kein Ruf nach …

… Thomas Rosenlöcher, einem sehr guten Dichter, der mein Freund hätte werden können, hätte ich mir etwas mehr Mühe gegeben. Heute ist nur noch Zeit für ein fiktives Zwiegespräch, denn gestern bist du in Kreischa, nahe an deiner Heimatstadt Dresden, „nach schwerer Krankheit“, wie Hörfunk und  Presse vermelden, gestorben. Weiterlesen

Putin muss weg

Und dann? Ist die Welt dann eine andere? Wird die Zukunft ohne Putin friedvoller sein? Gehen wir dann besser miteinander um? Nach dem Verschwinden welcher Kriegsverbrecher, Mörderinnen, Folterknechte, Schänderinnen wäre das schon einmal so gewesen? Weiterlesen

putin – putin – putain – Путин

Im Rumänischen ist ‚putin‘ ein Unbestimmtes Zahlwort und heißt soviel wie ‚ein kleines bisschen‘. Vom Rumänischen ins Französische übertragen, wird aus dem ‚kleinen bisschen‘ das Kraftwort ‚verdammt‘. Beides scheint in die deutsche Redewendung ‚verdammt wenig‘ eingegangen zu sein. Quetscht sich ein ‚a‘ in dieses ‚putin‘, wird putain‘ daraus und – wieder im Französischen – das Schimpfwort ‚Dirne‘ oder ‚Hure‘. Den russischen Namen ‚Путин‘ bringt die Forschung mit ‚путат‘ in Verbindung, was ‚verwirren‘ oder ‚Fesseln anlegen‘ bedeutet. Weiterlesen

das Fragezeichen

Wertschätzung des Individuum ist die gegenwärtig in der Welt einflussreichste systemische Idee, entstanden in der Zeit der Aufklärung, damals schon sorgfältig hierarchisch gestaffelt. Existenziell notwendig für den Fortbestand der Menschheit ist allerdings eine andere, nämlich die Idee eines unverzüglichen Systemwandels hin zu eigenverantwortlichen Gemeinschaften Gleicher.

Das Wissen darum ist heute – während seit einigen Tagen wieder einmal ein trivialer Eroberungskrieg die Welt verstört, während eine weltweite Pandemie noch lange nicht und schon gar nicht endgültig überwunden ist, während seit gestern ein neuer Weltklimabericht alarmiert, dass inzwischen mehr als 3,3 Milliarden Menschen „in hohem Maße von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind“ und während genau heute vor 50 Jahren die erste vom “Club of Rome” beauftragte Studie “Grenzen des Wachstums” erschien – kein bisschen ausreichender für ein entsprechendes Handeln, als zu jeder anderen Zeit.

Weil wir sind, wie wir sind. Wie wir immer schon waren. Wie wir im Grunde sein und bleiben wollen?

Fragwürdig an diesen Sätzen ist für mich allein das Fragezeichen.

im Angesicht des Klimawandels

“Wir leben in einer Kultur historisch beispielloser Aneignung, in der wir ständig aufgefordert werden, irgendetwas zu erwerben – und das auch häufig können. Wir werden aufgefordert, uns darüber zu definieren, was wir haben: Eigentum, Geld, Views und Likes. Aber unser wahres Ich zeigt sich darin, was wir loslassen.“

Das konstatiert in seinem 2019 erschienenen Buch „Wir sind das Klima“ der US-amerikansichen Autors Jonathan Safran Foer. Aus einem Vortrag des deutschen Neurobiologen Gerald Hüther aus dem gleichen Jahr entnehme ich den Satz:

„Ein Wirtschaftssystem, was auf Wachstum ausgerichtet ist und was vom Konsum der Leute lebt, kann nur funktionieren, wenn die Leute immer blöder werden.“

Sind Bemerkungen dieser Art der Anfang von etwas oder sind es die letzten Zuckungen eines grandiosen UnSinns, der gar nicht abschreckend genug sein kann, als dass ich mich nicht immer wieder willig von ihm einnehmen ließe und Willens wäre, ihn bis zur Neige auszukosten?