Hervorgehoben

BUNDESTAGSWAHL 2021

„Diese Wahl ist eine kollektive Wirklichkeitsverweigerung“, sagt der Soziologe und Publizist Harald Welzer in einer TV-Gesprächsrunde. Er meint damit, dass Wähler*innen über Parteien und Richtungen hinweg weitgehend in dem Wunsch übereinstimmen, es möge in diesen Zeiten möglichst vieles so lange wie möglich bleiben wie es ist.

Über Gefahr lässt sich gut reden, wenn ich mich sicher fühle.

KLARHEIT

„Das was im Innern klar ist, wird es auch unweigerlich in Worten“, schrieb 1913 Franz Kafka an Felice Bauer und weiter: „Deshalb muß man niemals um die Sprache Sorge haben, aber im Anblick der Worte oft Sorge um sich selbst.“ Im Umkehrschluss weist unklare Sprache, die nicht vorsätzlich ist, auf ein verschwommenes Denken hin. Wer nicht ausdrücken kann, was er weiß und meint, ist unwissend und hat keine klare Meinung.

KLUGE TIERE

„In irgend einem Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der ‚Weltgeschichte‘: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn und die klugen Tiere mußten sterben. […] Es gab Ewigkeiten, in denen der menschliche Intellekt nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben. Denn es gibt für jeden Intellekt keine weitere Mission, die über das Menschenleben hinausführte.“

Friedrich Nietzsche im Jahr 1873 in seinem Essay „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn“