Aussicht

Es sieht so aus, als bringe kosmisches Geschehen immer wieder relativ stabile Inseln hervor, die sich im Großen Ganzen als Gleichgewichte oder Balancen zeigen und über Jahrmilliarden behaupten können. In ihnen differenziert und verfeinert es sich weiter und weiter. Was daraus hervorgeht, nennen wir beispielsweise Diversität, Leben, Bewusstsein.

Zugleich wünschen wir uns ‚dahinter‘ einen auslösenden Impuls, eine kreative Idee, eine treibende Kraft. Das gäbe uns Sicherheit. Die es nicht gibt. Nicht so. Nicht auf uns bezogen. Doch wir beschwören sie mit großem Eifer und mobilisieren für Existenzbeweise, für den Grund unseres Selbst und sein Privileg, alle nur erdenklichen Ressourcen.

Umso weniger – oder deswegen? – gelingt uns auf unserer Insel aussichtsreiches Tun und Lassen. Lieber berauschen wir uns – oder können nicht anders? – an bescheidenen Möglichkeiten und der Überzeugung, die Dinge in der Hand zu haben, sobald wir sie ergreifen. An diesem Zugriff. An den Spuren, die wir hinterlassen. Die sich allerdings immer häufiger als hässliche Gebrauchsspuren erweisen, als der Verschleiß von vielem, woraus sich Zukunft bildet. Das wird, fürchte ich, für längeren Verbleib nicht reichen. Dann werden wir im Großen Ganzen so gewandelt, dass wir uns nie mehr wiederfinden.