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Endlich startet hierzulande ein erstes ernsthaftes Pilotprojekt zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE)! Bisher haben fast nur Vorurteile und Banalitäten die mediale Diskussion zu diesem Thema bestimmt. Auch weiterhin werden Stimmen marginalisiert, die im Bedingungslosen Grundeinkommen eine realistische Möglichkeit sehen, die für eine brauchbare Menschheitszukunft dringend notwendigen Veränderungen im systemischen Zusammenleben einzuleiten.

Auch weiterhin werden maßgebliche Politiker das Thema ignorieren, weit von den tatsächlichen Interessen und Bedürfnissen ihrer Wähler entfernt, aber das ist ja vielenfalls so. Ungeachtet dessen, das ist die nächste gute Nachricht, haben sich über zwei Millionen für die heute beginnende Studie beworben, die bezeichnenderweise spendenfinanziert ist. 122 Personen zwischen 20 und 40 Jahren wurden ausgesucht, denn lebensweisende Entscheidungen werden überwiegend in dieser Altersgruppe getroffen. Bedingungslos werden sie nun drei Jahre lang monatlich 1200 € erhalten.

Sie dürfen in dieser Zeit so viel oder wenig arbeiten, wie sie wollen. Verpflichtet sind sie allerdings, gleichmäßig über die drei Jahre verteilt, per Fragebogen Auskunft über ihre Lebenslage zu geben. Weitere 1380 Personen bilden eine Vergleichsgruppe. Das Design der Studie, so der Sozialwissenschaftler und Arbeitsmarktexperte Jürgen Schupp von der Freien Universität Berlin, entspreche „dem Goldstandard der empirischen Sozialforschung“.

Was soll am Ende herausgefunden werden? Zum Beispiel, ob wir durch ein bedingungsloses Grundeinkommen mehr Gemeinsinn entwickeln und seltener einen Burn-out erleiden. Oder fördert es unsere Bequemlichkeit? „Diejenigen, die sich jetzt schon mit dem Gedanken tragen, ihren Job zu verändern, unzufrieden sind, bekommen vielleicht mehr Mut und auch eine materielle Basis diesen Wunsch zu realisieren“, so Schupp.

Kann das BGE ein Mittel sein kann, das Wachstum von Krisen und Notlagen zu stoppen? Eine Frage, die ich bisher ohne zögern aus sicherem Gefühl heraus mit “ja” beantworte.