Hervorgehoben

BUNDESTAGSWAHL 2021

„Diese Wahl ist eine kollektive Wirklichkeitsverweigerung“, sagt der Soziologe und Publizist Harald Welzer in einer TV-Gesprächsrunde. Er meint damit, dass Wähler*innen über Parteien und Richtungen hinweg weitgehend in dem Wunsch übereinstimmen, es möge in diesen Zeiten möglichst vieles so lange wie möglich bleiben wie es ist.

Wetter?Wandel

850 Jahre alt ist der Ort Risch im Schweizer Kanton Zug. 20 Kilometer von Luzern entfernt, bewohnen ihn seit 2012 mehr als 10 000 Einwohner. Er will aber weiter ‚Gemeinde‘ heißen statt ‚Stadt‘. Siegt hier der Stolz auf Herkunft über das Faszinosum des Wachstums? Auch die Begeisterung am Zusammenschluss mit der benachbarten Kleinstadt Rotkreuz, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts weitet und seit Ende des vorigen ein wichtiger Pharma-Standort ist, hält sich in Grenzen. Indizien wofür? Weiterlesen

„Louise en hiver“

In den Auftakt eines entsetzlichen Jahrzehnts hineingeboren, im Jahr 1939 im französischen Besançon, egalisierte Jean-François „Jef“ Laguionie diese Bürde, indem er Theatermann, Animator, Filmregisseur und schließlich Produzent wurde. Inzwischen ist er 81 Jahre alt, 46, als er 1985 seinen ersten abendfüllenden Animationsfilm schuf und, gewiss nicht ungeachtet Andy Warhols „Factory“, das Animationsstudio „La Fabrique“ gründete. Weiterlesen

Veröffentlicht unter WERKE

die Kurzfristigen

Die Kurzfristigen reden schnell und viel. Auf mich ein. Ohren weit offen, lausche ich ihnen erwartungsvoll, tatendurstig, objektiviert (zum Objekt gemacht). Wie leicht ich mich zurechtrücken lasse! Wie leicht sich so die Welt regieren lässt! Wie lange das gutgehen mag? Solange es mir noch gut geht, hoffentlich, halbwegs, lebenslänglich möglichst, denke ich. Denke ich noch? An ein dickes Ende nach all dem Gerede? Wie lange noch lasse ich mich frei und willig dahin treiben, an alle möglichen Grenzen und über sie hinaus? Häufig kommt es mir vor, als wäre nicht Vernunft, sondern nur noch Bürokratie in der Lage, die Kurzfristigen aufzuhalten. Das wäre pervers? Ist es.

Unabhängigkeit

Unabhängigkeit ist kein romantisches Gefühl. Romantik ist schön. Unabhängigkeit ist anstrengend. Und irreal. Sie sich zu wünschen, ist einfältig. Welches Lebewesen, welches Naturereignis wäre unabhängig? Wovon unabhängig, ist doch die Frage und wozu das, wenn es möglich wäre, gut sein könnte. Weiterlesen